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| Umweltökonomie. Eine interdisziplinäre Einführung von ,
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Ein empfehlenswertes Buch in zehn unabhängigen Beiträgen.
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Rezension bezieht sich auf: Umweltökonomie. Eine interdisziplinäre Einführung (Broschiert) Zweierlei Vermutungen drängen sich einem auf, wenn man eine interdisziplinäre Einführung in die Umweltökonomie in Händen hält: Zum einen ist es möglich, daß die jeweiligen Aufsätze derart fachspezifisch ausgerichtet sind, daß sich der Laie verwirrt die Haare rauft oder zurückschreckt. Zum anderen kann aber mit dem Gefühl eines guten Einstiegs oder eines schlüssigen Überblickes Interesse an der jeweiligen Betrachtungsweise und eine komplexere Gesamtsicht des behandelten Umweltproblems erzeugt werden. Beide Eigenschaften scheinen den vorliegenden Sammelband zu kennzeichnen. So werden zehn Beiträge aus den Bereichen Volkswirtschaft, Jura, Soziologie, Psychologie, Betriebswirtschaft und Technik übergangslos aneinander gereiht, deren verbindendes Element in der Hauptsache darin besteht, daß die AutorInnen allesamt „in der Lehre des Studienfaches ,Umweltökonomie' an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Augsburg tätig" sind. Leichte bis mittlere Verwunderung dürfte sich in obigem Sinne schon beim Vergleich der beiden ersten Kapitel zu den Überschriften „Umweltschutz als politische Aufgabe. Ein leitbildorientierter Überblick" und „Volkswirtschaftstheoretische Grundlagen der Umweltökonomie" einstellen. Die Kernthemen dieses Buches, Umweltschutz und Ökonomie, werden hier zwar jeweils behandelt, jedoch kommt v. Knorring im ersten Teil ausgehend von den zwei grundlegenden sozialen Leitbildern sehr bald zu den gleichen Aussagen über ein Marktversagen mit dem daraus folgenden Instrumenteneinsatz, die auch Rahmeyer in seinen „Grundlagen" ausführlicher beschreibt. In einer zusammenfassenden Darstellung hätten Redundanzen sicher ebenso vermieden werden können (vielleicht zugunsten eines Einblickes in die Ressourcenökonomik ?), wie auch die unschöne Wortwahl der „NS-Situationen" im Modell der Verhandlungslösung nach Coase, die von Rahmeyer in seinem Kapitel dann nämlich als „Nicht-Haftungsregel" bezeichnet wird. Als ein Beispiel, das dem/der auf den Gebieten Anthropologie, Philosophie oder Geschichte der Sozialwissenschaften weniger Versierten nicht ganz einfach zugänglich ist, kann der Aufsatz „Die ,realistische' Anthropologie und ihr Beitrag zu einem sozialwissenschaftlichen Umweltkonzept" angesehen werden. Zum besseren Verständnis scheint ein (Fremdwörter-) Lexikon hilfreich zu sein; die nach dem konkreten Umweltbezug fragenden LeserInnen, mögen sich im Zweifel bis zur Zusammenfassung gedulden, in der es dann heißt: „Der ,fraktionierende' Charakter auch noch eines Großteils der modernen Sozialwissenschaft ist mit dafür verantwortlich, daß bislang kein überzeugendes Konzept für den Umweltbezug jeden menschlichen Sozialverhaltens vorgelegt werden konnte."(S. 110) Abgesehen von einigen inhaltlichen Ungereimtheiten in Verbindung mit fehlenden Erläuterungen von Abbildungen, wie sie zum Beispiel im Abschnitt „Zehn Thesen zum ökologieorientierten Management" auftreten, oder einer durchweg beachtlichen Anzahl an Fußnoten, präsentiert sich das Werk aber als überwiegend lesbar und vielseitig. Die „Einführung in das Umweltrecht" stellt eine weitsichtige Betrachtung dar, die mit einer realistischen Kritik der ökonomischen Instrumente auch das EU „Öko-Audit" nicht außer acht läßt. Der Beitrag zur Risikoforschung führt die Modelle der Risikowahrnehmung und Risikokonstruktion auf verständliche Art und Weise vor und schließt mit der Synthese beider im Modell der Risikoreflexion. Es schließt sich das von den HerausgeberInnen verfaßte Kapitel zur Umweltpsychologie an, das sich mit den Ursachen der Diskrepanz von Umweltwissen und Umweltverhalten beschäftigt. Dazu werden die Modelle von Lewin und Barker erläutert, sowie ihre Verknüpfung in der „Environmental Psychology" als deren „Wechselwirkung" im System der allgemeinen „Mensch-Umwelt-Auseinandersetztung" vorgestellt. In Ableitung daraus wird ein konkreteres „Modell zur Erklärung umweltbezogenen Handelns" abgebildet, das anhand eines praktischen Beispiels aus dem Bereich Verkehr veranschaulicht wird und dazu dient, mögliche „Ansatzpunkte zur Beeinflussung umweltrelevanten Handelns" darzustellen und allgemeine Grenzen aufzuzeigen. Der Beitrag zum ökologieorientierten Marketing unterstreicht deren Bedeutung und verbindet zum Teil die umweltpsychologischen Erkenntnisse mit den Anforderungen des betrieblichen Marketings. Den Abschluß bilden zwei Kapitel zu Betrachtungen der technischen Zusammenhänge, wobei zunächst umwelttechnische Grundlagen in einem themenbezogenen Überblick über physikalische, verfahrenstechnische und Aspekte des „Energiemanagements" aufgezeigt werden. Überlegungen zur Umweltproblematik des Verkehrs und seiner Verflechtung mit dem Wirtschaftssystem führen Molt im letzten Kapitel schließlich dazu, die beiden Entwicklungszenarien „FAST" und „SLOW" zu unterscheiden, wobei ersterem etwa die Bedeutung der „Beschleunigung (als) das immanente Prinzip des Verkehrs" zugeschrieben wird, letzteres als Kürzel für „systematische Langsamkeit optimiert Wohlstand" als ein Zukunftskonzept anzusehen wäre. Ein Buch also, dessen innerer Verknüpfungsgrad sich weitgehend in einer geringen Anzahl diesbezüglicher Anmerkungen erschöpft und deshalb in seinen rund 25 Seiten umfassenden Einzelteilen weitgehend unabhängig ist. Die Themenvielfalt geht mit den dabei unvermeidbaren Einschränkungen einher, manchmal vielleicht darüber hinaus. In jedem Fall leistet die Einführung der HerausgeberInnen einen guten Einstieg und schnellen Überblick. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. Juli 1999 | | |
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