Eine Stadt macht blau: Politik im Klimawandel - das Tübinger Modell


 
Ein Politiker voller Tatendrang
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Eine Stadt macht blau: Politik im Klimawandel - das Tübinger Modell (Taschenbuch) Das Buch ist voll von konkreten Ideen, was eine Stadt für das Klima tun kann. Ideen, die darüber hinaus auch der Lebensqualität und dem Geldbeutel der Stadt und des Einzelnen dienen. Boris Palmer präsentiert sich als Kommunalpolitiker der besten Sorte, der keine Sonntagsreden hält, sondern konkret vorhandene Ansätze aufgreift und mit viel Kämpfergeist umsetzt, wobei er selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Keine Idee ist komplett neu. Neu ist jedoch, dass ein neu gewählter Oberbürgermeister von der fahrradfreudlichen Stadt über die Dämmung städtischer Gebäude und die Förderung von Solaranlagen bis hin zur Mobilisierung innerstädtischer Bauflächen alles innerhalb von zwei Jahren umsetzt und dabei eine Bewegung erzeugt, die weit über einige Vorzeigeprojekte hinausgeht.

Oft fragt man sich, warum nicht viel mehr Städte schon die Schritte gesetzt haben, die Boris Palmer in Tübingen geht. Da ist diese kleine Stadt mit ihrem ausgeprägten intellektuell-alternativen Milieu schon etwas Außergewöhnliches. Palmer geht auch darauf ein, dass er schon in den ländlicher geprägten Vororten und mit den Autohändlern seine Schwierigkeiten hatte. Hier hätte ich mir teilweise ein noch stärkeres Eingehen auf Möglichkeiten der Überzeugungsarbeit gewünscht. Es wird allerdings deutlich, dass Palmer keine Scheu vor Kritikern hat, bis ins Detail informiert ist und kritische Fragen stellt, die auch eingefleischte Gegner zu Nachdenken zwingen.

Dabei ist das Buch so flüssig geschrieben, dass selbst ich als Langsamleser es während einer Zugfahrt durchgelesen habe. Allerdings bin ich als Nicht-Tübinger weitgehend auf Palmers Darstellung angewiesen, die ich nicht überprüfen kann. Hier hätte, neben dem Vorwort von Joschka Fischer, dem Buch noch ein Nachwort eines politischen Gegners gut getan. Aber vielleicht hat sich da auch keiner getraut... Insgesamt ein äußerst erfrischendes Buch, dem man angesichts vielfach kraft- und visionsloser Kommunalpolitik viele Leser wünscht.

Ein anderes Buch, das zeigt, welcher Wandel in einer Stadt möglich ist, und jüngste städtische (Wirtschafts-)Geschichte mit Blickwinkel auf die einzelnen handelnden Akteure zeigt, möchte ich in diesem Zusammenhang ebenfalls empfehlen:

Bitterfelder Bogen. Ein Bericht

Eine Rezension von Ein Kunde
vom 19. Juli 2009
Kundenrezensionen:
3. Ein Politiker voller Tatendrang (die aktuell angezeigte Rezension)
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