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| Frauen gehören nach oben: Die geheimen Ticks und Tricks reisender Frauen und Abenteurerinnen
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Mehr Struktur bitte! Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis! Ein Stichwortverzeichnis!
• • • • • (bewertet mit 2 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Frauen gehören nach oben: Die geheimen Ticks und Tricks reisender Frauen und Abenteurerinnen (Gebundene Ausgabe) Selten hab ich ein derart unstrukturiertes Buch in den Händen gehalten.
Warum einer eine Reise tut. Mit welchem Ziel? Reisen Frauen zur Venus und Männer zum Mars? Zwischenmenschliches Wie man Reisen ins Ausland überlebt.
Und damit erschöpft sich die Inhaltsangabe auch schon, das heißt, natürlich gibt es außerdem auch noch ein Vorwort, ein Nachwort, den Dank und ein Literaturverzeichnis. Jedoch kein Stichwortverzeichnis, das dem Leser hilft, alles zu einer bestimmten Abenteuerin herauszufinden.
Innerhalb der einzelnen Themenbereiche werden die Informationen höchst unterschiedlich präsentiert. Manchmal werden allgemeine Fragen gestellt und dann mehr oder weniger spezifisch beantwortet. Manchmal werden Lebensläufe von verschiedenen Damen vorgestellt. Es geht im Rösselsprung querfeldein durch die Geschichte und Themen. Unter Punkt 2 Ziele wird zum Beispiel die Wüste vorgestellt. Nach Kurzbiografien von Lady Hester Stanhope, Freya Stark, Gertrude Bell, Isabelle Eberhardt und Rosita Forbes folgen Informationen über verborgene Gefahren (Kälte, Sandfliegenfieber, Blitzfluten), Erklärungen zur Wüstengarderobe und - last but not least - ein Exkurs über persische Schimpfwörter. Warum persische und keine arabischen Beschimpfungen? Diese Frage kann ich Ihnen auch nicht beantworten. Wahrscheinlich meint der Autor, dass es nur persische Wüsten gibt?
Als Nächstes widmet sich Mick Conefrey Afrika und natürlich erfährt der Leser gleich vor den Biografien, was für Tauschgeschenke May French Sheldon 1891 auf ihre Reise von Sansibar zum Kilimandscharo mitgenommen hat. Sicherlich sehr wesentlich für alle Afrika-Reisenden. Danach die Kurzbiografien und im Anschluss die Garderobe. Gefahren? Gibt es die in Afrika? Offensichtlich nicht, da der Autor nichts dazu schreibt an dieser Stelle. Immerhin werden Transportmittel und Tierwelt beschrieben. Nun ja, Krokodile und Schlangen sind natürlich auch gefährlich. Warum gab es eigentlich in der Wüste keine Informationen zum Transportmittel Kamel?
Und warum um alles in der Welt, hat niemand darauf geachtet, dass diese Unterpunkte auch im Inhaltsverzeichnis zu finden sind? Insbesondere, da auch ein Stichwortverzeichnis fehlt. Wenn man ein bestimmtes Thema sucht, ist man aufs Blättern angewiesen. Mühsam. Der zuständige Lektor sollte auf eine andere Position versetzt werden. Hier besteht eindeutig Verbesserungspotential.
Zumal ein und dieselbe Dame durchaus mehrfach als Beispiel herangezogen wird. Freya Stark: Liebesgeschichte in der Wüste auf Seite 145 (Nein! Nicht unter dem Themenbereich Wüste, sondern bei den Reisen zur Venus bzw. zum Mars), aber ihre Kurzbiografie ist unter dem Themenbereich Wüste im zweiten Kapitel abgedruckt auf Seite 39. Und auf Seite 184 steht etwas zum Zickenkrieg zwischen Freya Stark und der berühmten Archäologin Gertrude Caton-Thompson ...
Zwischendurch findet der Leser hin und wieder Ratschläge zu bestimmten Themen: Tipps für Bergsteigerinnen, Tipps zum Umgang mit Medien und mehr. Diese können allerdings nur als Anhaltspunkte verwendet werden. In den Tipps zum Umgang mit Medien steht zum Beispiel, dass man nicht an den eigenen Mythos glauben soll, und dass man sich überlegen soll, was man den Sponsoren anbietet. Hinweise zum Umgang mit Journalisten, zum Verhalten in Interviews fehlen, statt dessen der Rat, dass man jeden Kontakt zwischen Fotograf und seinem Freund vermeiden soll. Ob letzteres wesentlich ist, bezweifele ich in der Tat, aber da der Autor ein passendes Beispiel von Clare Francis gefunden hat, meinte er wohl, er müsse es in das Buch aufnehmen. Andere Exkurse widmen sich der Jurten-Etikette, der Garderobe von Henriette d'Angeville oder erklären wie man einen Hai ohne Haken fängt. Wesentlich? Ich überlasse das Urteil Ihnen.
Mein Fazit: Zwar enthält dieses Buch viele interessante Informationen und Details, aber ohne eine bessere Struktur, ein vollständiges Inhaltsverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis ist es für den Leser sehr, sehr schwierig das zu finden, was er sucht. Es ist außerordentlich schade, denn man merkt welch eine Informationsfülle der Autor angesammelt hat.
PS: Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Text durch kleine Schwarz-Weiß-Illustrationen aufgelockert wird. Farbbilder sucht der Leser vergebens. Kartenmaterial fehlt ebenso.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. Juni 2010 | | | | | | | |
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